Laut Studien der Österreichischen Gesellschaft für Augenheilkunde und Ophthalmologie leiden bis zu 70 Prozent der Büroangestellten in Österreich unter Augenbelastung durch Bildschirmarbeit. Besonders betroffen sind Menschen, die täglich mehr als sechs Stunden am Computer verbringen – ein Trend, der durch die zunehmende Digitalisierung und Homeoffice-Kultur noch verstärkt wird. Die Folgen reichen von trockenen Augen bis hin zu chronischen Kopfschmerzen, die oft auf die falsche Haltung oder zu wenig Pausen zurückzuführen sind.
Ein zentrales Problem ist die sogenannte „Digital Eye Strain“, bei der die Pupillen nicht optimal an die Lichtverhältnisse angepasst werden können. Studien des www.verywell.at/ zeigen, dass bereits ab einer Bildschirmzeit von drei Stunden pro Tag die Wahrscheinlichkeit für Symptome wie verschwommenes Sehen oder Brennen in den Augen steigt. Besonders kritisch wird es, wenn die Bildschirmhelligkeit nicht den natürlichen Lichtverhältnissen entspricht – etwa bei zu dunklem Raumlicht oder bei übermäßiger Reflexion der Bildschirme.
Um die Belastung zu reduzieren, empfiehlt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) regelmäßige Pausen nach der „20-20-20-Regel“. Dabei sollte man alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden auf einen Gegenstand mit etwa 20 Metern Entfernung schauen. Zusätzlich ist es wichtig, den Bildschirm so einzustellen, dass er die Augen nicht überlastet: Die Oberkante sollte etwa auf Augenhöhe sein, und die Bildschirmhelligkeit sollte etwa 30 bis 50 Prozent der Umgebungshelligkeit entsprechen. Auch eine regelmäßige Feuchtigkeitsversorgung der Augen mit speziellen Augentropfen kann helfen, die Trockenheit zu lindern.
Ein weiterer Faktor ist die Haltung beim Arbeiten. Eine schlechte Sitzposition, etwa mit nach vorne gebeugtem Rücken oder zu stark geneigtem Kopf, erhöht den Druck auf die Augen und die Nackenmuskulatur. Experten raten dazu, einen ergonomischen Stuhl zu nutzen, der den unteren Rücken stützt, und eine höhenverstellbare Tastatur oder einen Bildschirmhalter zu verwenden, um eine natürliche Körperhaltung zu gewährleisten. Wer unter chronischen Beschwerden leidet, sollte zudem einen Augenarzt aufsuchen, um mögliche langfristige Schäden wie trockene Augen oder Myopie (Kurzsichtigkeit) frühzeitig zu erkennen.
Die Auswirkungen von Bildschirmzeit gehen jedoch weit über die Augen hinaus. Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2022 korreliert eine übermäßige Bildschirmnutzung mit einem erhöhten Risiko für Schlafstörungen und psychische Belastungen. Besonders problematisch ist es, wenn Menschen vor dem Schlafengehen noch am Handy oder Computer arbeiten, da das blaue Licht die Melatoninproduktion hemmt und den Schlaf-Wach-Rhythmus stört. Hier können einfache Maßnahmen wie das Ausschalten aller Bildschirme mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen helfen, die Schlafqualität zu verbessern.
Für Unternehmen ist es wichtig, Arbeitsplatzgesundheit aktiv zu fördern. Viele Firmen setzen auf Bildschirmarbeitsplätze mit ergonomischen Ausstattungen und bieten Schulungen zur richtigen Haltung oder zu Pausenmanagement an. Zudem können Unternehmen durch die Einführung von „Digital Detox“-Zeiten oder regelmäßigen Gesundheitschecks die Belastung ihrer Mitarbeiter reduzieren. Eine Studie des Österreichischen Gesundheitsministeriums zeigt, dass Unternehmen, die auf gesunde Arbeitsbedingungen achten, nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich verbessern.
- Bis zu 70 Prozent der Büroangestellten in Österreich leiden unter Augenbelastung durch Bildschirmarbeit.
- Ab drei Stunden Bildschirmzeit pro Tag steigt die Wahrscheinlichkeit für Symptome wie verschwommenes Sehen oder Brennen in den Augen.
- Die 20-20-20-Regel (alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen entfernten Punkt schauen) reduziert die Belastung deutlich.
- Eine falsche Haltung oder zu dunkles Raumlicht verschlimmern die Beschwerden.
- Langfristig kann übermäßige Bildschirmzeit das Risiko für Schlafstörungen und psychische Belastungen erhöhen.